Geistlicher Frauentag – Spuren des Heiligen
Der diesjährige Frauentag der Ballei Deutschland fand am 24. Oktober 2026 in der Deutschordenskommende Frankfurt-Sachsenhausen unter dem Motto „Spuren des Heiligen“ statt. Nach der Begrüßung durch Balleimeister Thomas Jünger führte Schwester M. Gratia Rotter die über zwanzig Consorores und Ehefrauen von Confratres durch den Korridor zwischen der Welt und dem Heiligen auf Spuren zu überraschenden Orten, Menschen und Begegnungen.
Der erste Impuls lautete „Sage mir, wie du heißt!“ – eine Auseinandersetzung mit der eigenen Namenspatronin und deren Leben sowie den Auswirkungen auf das eigene Dasein. Es entstanden lebhafte Diskussionen, welche mit Texten aus dem Alten und Neuen
Testament (von Jesaja 6,1–7 über Lukas 8,43–48 zum Paulusbrief 1 Korinther 6,1–11) bereichert wurden. Dann ging es in die Deutschordenskirche. Pater Jörg Weinbach, der Geistliche Assistent der Ballei Deutschland, erklärte höchst amüsant die Heiligen im Altarraum und die Viten der Ordensheiligen, der heiligen Elisabeth von Thüringen und des heiligen Georg, mittels der beiden Wandfriese im Chorraum.
Das Ehepaar Christamaria Poßner und Confrater Michael Poßner hatte dankenswerterweise ein Mittagsmahl zubereitet: Gemüsesuppe mit Würstchen und eine köstliche Birnen-Amaretto-Schokoladenmousse. Vielen Dank hierfür und auch für die Versorgung mit Kaffee, Tee, einem Begrüßungsimbiss und mit Kuchen.
Der Stärkung folgte der Höhepunkt des Tages. Schwester M. Gratia erzählte das Leben und Wirken des heiligen Franziskus, eines Grenzgängers zwischen den Welten, und erläuterte die franziskanische Spiritualität. In der Geschichte des Christentums gibt es kaum eine Gestalt, in der Zeitzeugen und Nachgeborene so verlässlich den Wiedergänger Christi erkannten wie im heiligen Franz von Assisi. Eine Gebetsmeditation mit dem Anbetungsgebet des Franziskus erfüllte die Frauen mit Frieden und Freude.
Dann schickte Schwester M. Gratia alle in die kühlen Straßen Frankfurts. Die Aufgabe bestand im Auffinden, Sehen und Dokumentieren von Kreuzen im alltäglichen Straßenbild. Nach nur einer Dreiviertelstunde waren weit über 100 Fotos auf den Handys mit der verblüffenden Erkenntnis: Kreuze gibt es überall, man muss sie nur sehen. Angeregt durch die Vielzahl der Schnappschüsse leitete Schwester M. Gratia zu einer Bildbetrachtung des Crocifisso che parlò a San Francesco in San Damiano, des Franziskuskreuzes, über. Der spirituelle Teil des Tages endete mit der Allerheiligenlitanei, Gebet und Gesang.
Von Herzen kommender Dank für diesen wundervollen Tag galt und gilt Schwester M. Gratia. Beim Abschlusskaffee freuten sich alle schon auf ein freudiges Wiedersehen im nächsten Jahr in Würzburg.
Jutta Jünger