Ausstellung “Lebendiger Orden mit großer Tradition. Die Geschichte des Deutschen Ordens 1190 bis heute“ in Marburg
Hochmeister Frank war aus Wien angereist, um am 14. Oktober 2026 in Marburg, der Stadt der heiligen Elisabeth von Thüringen, die Ausstellung “Lebendiger Orden mit großer Tradition. Die Geschichte des Deutschen Ordens 1190 bis heute“ zu eröffnen. Die Ausstellung wird in den Räumen des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung/Institut der Leibniz-Gemeinschaft auf dem Schlossberg neben dem Landgrafenschloss gezeigt.
Das Herder-Institut präsentiert dabei eine eigens aktualisierte und erweiterte Wanderausstellung des Residenzschlosses Mergentheim und der Stadt Bad Mergentheim. Die Ausstellung veranschaulicht die Ausbreitung des 1190 im Heiligen Land gegründeten Deutschen Ordens in ganz Europa seit dem 13. Jahrhundert. Zentren waren bekannterweise bis 1291 das Heilige Land und der Mittelmeerraum, bis 1525 bzw. 1564 Preußen und Livland und bis 1806/09 Mergentheim und das Reichsgebiet. In der Folgezeit war der Orden auf die Habsburgermonarchie beschränkt, erst nach 1945 konnte er seine Aktivitäten in Deutschland fortsetzen. Die Ausstellung im Herder-Institut legt ein besonderes Augenmerk auf die Geschichte des Deutschen Ordens in Preußen und Livland. Neben eigens konzipierten Tafeln wird sie um digitale Stationen und eine Präsentation von Urkunden aus dem 14. bis 16. Jahrhundert ergänzt, die heute als Deposita der Kurländischen Ritterschaft im Herder-Institut verwahrt werden. Ein besonderes Highlight der Ausstellung stellt die Präsentation von Leihgaben der Schatzkammer des Deutschen Ordens in Wien dar, darunter das Halskreuz eines Hochmeisters aus dem 17. Jahrhundert. Abgerundet wird die Ausstellung durch eine Präsentation von Büchern zur Geschichte des Deutschen Ordens aus der Forschungsbibliothek des Herder-Instituts.
Den Festakt zur Ausstellung eröffneten die Vorstände des Herder-Instituts Dr. Jürgen Warmbrunn und Dr. Christian Schmidt. Hochmeister Frank stellte in seinem Grußwort die karitativen und spirituellen Facetten des Deutschen Ordens in den Mittelpunkt, bevor Professor Dr. Jürgen Sarnowsky die über 800-jährige Geschichte des Ordens gekonnt vortrug. Consoror Maike Trentin-Meyer, Projektleiterin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden Württemberg erläuterte das Konzept der erweiterten Mergentheimer Ausstellung. Zu den zahlreichen Gästen des Festakts zählten viele Familiaren, auch die Balleimeister aus Deutschland und Österreich, Thomas Jünger und Dr. Helmut Wohnout, waren nach Marburg gekommen. Die Ausstellung ist noch bis 31. März 2027 zu besuchen.
Thomas Jünger FamOT
Balleimeister • Deutschherrenmeister