Familiaren zur Stippvisite bei Bischof Dr. Klaus Krämer in Rottenburg am Neckar
Es war ein lauer, sonniger und warmer Herbsttag, der zahlreiche Familiaren der Komturei „An Tauber, Neckar und Bodensee“ am Samstag, den 19. September 2026 in ihrer Bischofsstadt Rottenburg am Neckar zusammenkommen ließ. Aus Frankfurt war Balleimeister Thomas Jünger als Vertreter der Ballei Deutschland angereist und beehrte uns mit seiner Anwesenheit.
Zunächst wurde die heilige Messe in der Wallfahrtskirche Weggental bei Rottenburg gefeiert. Die Kirche, welche eine außergewöhnlich schöne barocke Innenausstattung aufweist, ist der Schmerzhaften Mutter Gottes geweiht. Dieses wahre Kleinod liegt in einer anmutigen landschaftlichen Umgebung und ist überregional nicht so bekannt – ein Besuch lohnt aber zu jeder Jahreszeit! Der Geistliche Assistent der Komturei, Confrater und Pfarrer Christoph Mayer predigte, assistiert vom neu investierten Confrater und Diakon Andreas Schnarz, zum Titelfest des Deutschen Ordens, dem Hochfest Kreuzerhöhung, während Confrater Florian Reis den festlichen Gottesdienst bravourös an der Orgel begleitete.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem man sich auch persönlich austauschen konnte, stand ein Besuch im Priesterseminar der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf dem Programm. Bischof Dr. Klaus Krämer empfing die Familiaren dort und nahm sich Zeit für ein längeres Gespräch. Nachdem Balleimeister Thomas Jünger die Grüße der Ballei überbracht und als Geschenk auch die neue Broschüre des Hochmeisteramts übergeben hatte, die eine gute Übersicht über das heutige karitative Wirken des Ordens gibt, sprach Komtur Joachim Krimmer ebenso ein Grußwort und Confrater Joachim Staudenmaier stellte Bischof Klaus in einem kurzen Referat den Deutschen Orden in seiner Geschichte und Gegenwart vor. Dieser zeigte sich sehr interessiert und es folgte ein anregender, intensiver Austausch in einer lockeren Atmosphäre des gegenseitigen Zuhörens, insbesondere über die kirchliche Situation und das Christsein heute. So sei es eine Herausforderung, aus 1000 Gemeinden etwa 80 zu machen und auch Strukturen zu überdenken. Bei all dem müsse der Mensch aber immer im Mittelpunkt stehen, Seelsorge sei Dienst am Menschen. Man war sich einig, dass in jeder Krise auch eine Chance liege, jede Zeit ihre eigenen Probleme und Vorzüge habe und man die Dinge einfach engagiert mit Gottvertrauen und Zuversicht angehen müsse. So berichtete Bischof Klaus, dass man trotz kleinem Bistum relativ viele Priesterweihen, wenn auch auf niedrigem Niveau, habe, und in vielen Gemeinden erfreulicherweise Neues und interessante Initiativen entstünden, sozusagen „Pflänzchen am Wachsen“ seien. Denn die Sehnsucht der Menschen nach Spiritualität und Sinnstiftung sei einfach da: Der Mensch lebe nicht nur vom Brot allein. Sehr wichtig seien deshalb authentische Glaubenszeugen und persönliche Vorbilder – gerade auch im Alltag. Daher sei auch das Wirken der Orden und anderer Gruppen und Gemeinschaften in der Kirche für ein lebendiges Christentum überaus bedeutsam, positiv und wertvoll. Anschließend wurde nach einem kurzen Kaffeeplausch im Garten zum Abschied noch ein Gruppenfoto mit Bischof Klaus gemacht.
Ein kleiner Stadtrundgang durch Rottenburg bei bestem, warmem Herbstwetter und eine Besichtigung der Bischofskirche, dem Dom St. Martin, schlossen sich an, bevor alle – um viele neue Eindrücke bereichert – nach dem obligatorischen Reisesegen wieder zu ihren Heimatorten aufbrachen.
Dr. Clemens Fischer FamOT