Gemeinsames Konveniat der Grabesritterkomturei St. Bonfiatius Walldürn und der Deutschordenskomturei „Franken“
Der Leitende Komtur Dr. Martin Seitz der Komturei St. Bonifatius Walldürn und der Komtur Thomas Koch der Komturei „Franken“ hatten zu einem gemeinsamen Konveniat für den 27. September 2026 nach Walldürn eingeladen.
Nach der heiligen Messe vor dem Heiligblutaltar in der Wallfahrtsbasilika St. Georg in Walldürn hielt Seine Kaiserliche Hoheit Prinz Dr. Asfa-Wossen Asserate im nahegelegenen Hotel „Zum Riesen“ einen fesselnden Vortrag zum Thema „Die Geschichte der äthiopisch-orthodoxen Kirchen und ihr Zusammenwirken mit dem salomonisch-äthiopischen Kaiserhauses“. Prinz Dr. Asfa-Wossen Asserate ist Urgroßneffe und Stiefurenkel des letzten Kaisers von Äthiopien, Haile Selassie, und war auf Vermittlung von Ehrenritter Senator Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Salch zum Vortrag gebeten worden.
Das Kaiserhaus regierte Äthiopien über etwa drei Jahrtausende hinweg. Die Herrscher beriefen sich auf die Salomonische Dynastie, die laut Tradition auf König Salomon und auf Makeda, die sagenumwobene Königin von Saba, sowie deren gemeinsamen Sohn Menelik zurückgeht, also im frühen zehnten vorchristlichen Jahrhundert begann und mit dem Sturz Kaiser Haile Selassies durch die kommunistische Derg-Militärregierung im Jahr 1974 endete. Äthiopien wurde bereits Mitte des vierten Jahrhunderts durch das Wirken des heiligen Frumentius zum christlichen Glauben geführt. Frumentius gilt als Gründer der Äthiopischen Kirche und war erster Bischof von Aksum. Das damalige Königreich Aksum im heutigen Äthiopien erhob das Christentum um etwa um 330 bis 345 n. Chr. zur Staatsreligion. Äthiopien gehört damit zu den ältesten christlichen Staaten der Erde. Aksum im Norden Äthiopiens, die ehemalige Hauptstadt und noch heute das Zentrum der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche, soll die ursprüngliche Bundeslade mit den Gesetzestafeln beherbergen, die Menelik der Legende nach von Jerusalem der Legende nach Aksum gebracht hat. Sie wird in einer Kapelle direkt neben der Kathedrale der heiligen Maria von Zion aufbewahrt. Diese Kapelle darf nur von einem einzigen, auf Lebenszeit ernannten Mönch betreten werden. Jährlich ziehen deshalb mehrere Hunderttausend Pilger an den Ursprungsort der ersten äthiopischen Kirche. Auch wenn Äthiopien christlich ist, gibt es starke Bezüge zum Judentum und zum Alten Testament (etwa Beschneidung, Speisetage oder die Heiligkeit des Sabbats). Das Erbe Salomos wird allerdings nicht im Widerspruch zum Christentum stehend gesehen, sondern als Vorgeschichte und göttliche Weihe des Landes verstanden.
Dem Redner gelang es, in einem Parforceritt durch die Geschichte Äthiopiens und der Herrscherfamilie dreitausend Jahre Geschichte lebendig werden zu lassen, was die Zuhörer mit einem großen Applaus zu würdigen wussten.
Im Anschluss an den Vortrag ließen es sich Dr. Bettina Seitz und Dr. Martin Seitz nicht nehmen, zum gemeinsamen Abendessen einzuladen, so dass genügend Zeit blieb, sich im Gespräch auch einmal über die Ordensgrenzen hinaus auszutauschen.
Der Deutsche Orden war mit Balleimeister Thomas Jünger, Balleikanzler Alexander Meyer-Benz, Ehrenritter Prof. Dr. Dr. h. c. Dieter Salch, Komtur Thomas Koch und Komtureikanzler Jörg Steinhoff sowie weiteren Confratres und Kandidaten vertreten.
Jörg Steinhoff FamOT
Komtureikanzler