Mariä Himmelfahrt in Prag
Auf Einladung der „Gesellschaft für die Wiedererrichtung der Mariensäule“ (tschechisch: Společnost pro obnovu Mariánského sloupu na Staroměstském náměstí v Praze, lateinisch: Societas Columnae beatae Mariae Virginis renovandae in platea Veteris Urbis Pragae) feierten wie in den letzten Jahren am 15. August die Prager Familiaren der Ballei „Böhmen, Mähren und Schlesien“ zusammen mit dem Erzbistum Prag das Hochfest der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel, gemeinhin besser bekannt als „Mariä Himmelfahrt“.
In dem vom Abt emeritus Michal Josef Pojezdný O.Praem. des Prämonstratenser-Klosters Strahov mit Konzelebranten (darunter der Prager Alt-Weihbischof Karel Herbst SDB und der jetzige Abt von Strahov Dr. Daniel Peter Janáček O.Praem.) geleiteten Pontifikalamt in der Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn (Teynkirche) wurde dieses für die Prager Katholiken wichtige Marienfest gefeiert. In der Begrüßung des spirituellen Administrators der Gesellschaft und Pfarrers der Teynkirche, Msgr. Vladimír Kelnar, wurden neben einigen kirchlichen Vereinigungen und Orden auch explizit „die Familiaren des Ordens vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem“ willkommen geheißen. In der Eucharistiefeier führte der Prager Domchor die Missa brevis von Josef Kšica (geb. 1952) auf – „Kyrie, Gloria, Sanctus/Benedictus, Agnus Dei für Solisten (Alt und Bariton), gemischten Chor, zwei Oboen und Orgel“. An der Orgel spielten Petr Čech und der Dirigent war der Komponist selber. Die festlichen Momente wurden durch Fanfaren des Großen Trompetenchors des Böhmisch-Mährischen Jagdverbandes unter der Leitung von JUDr. Petr Vacek untermalt. Am Schluss der heiligen Messe sprach noch der Vorsitzende der „Gesellschaft für die Wiedererrichtung der Mariensäule“ zu Organisatorischem und zu Grund und Anlass der anschließenden Prozession zur im Jahre 2020 wiedererrichteten Mariensäule auf dem Altstädter Ring.
Nach dem Pontifikalamt und der Statio an der Mariensäule stellten sich die Prager Familiaren zusammen mit ihren Gästen und den beiden Familiaren aus der Subkomturei „Sachsen und Thüringen“ zur Gruppenaufnahme um das bei dieser Gelegenheit ausgestellte gotische Marienbildnis von Ryneck, das sogenannte Palladium der Stadt Prag. Die Prager Bevölkerung betete während der schwedischen Belagerung im Jahr 1648 zu diesem Bildnis, und seine wundersame Hilfe wurde der Verteidigung der Stadt gegen die zahlenmäßig weit überlegenen Eroberer zugeschrieben. Die Mariensäule wurde von Kaiser Ferdinand III. als Aufbewahrungsort für dieses verehrte Bildnis und aus Dankbarkeit für den Schutz der Stadt errichtet, wie die Votivinschrift belegt. Die Marienstatue wurde von Jan Jiří Bendl, dem bedeutendsten Bildhauer des tschechischen Frühbarocks, geschaffen.
Dr. Rudolf Geser FamOT