Nachruf auf Confrater Rudolf Friedrich
Confrater Rudolf Friedrich wurde am 2. Juni 1936 in Neudeck im Sudetenland geboren. 1946 wurde er mit seinen Eltern und Brüdern vertrieben und kam nach Hessen, wo er seitdem lebte. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Lehre bei der Bahn, wo er nach weiterer Qualifikation in den gehobenen Dienst wechseln konnte und schließlich Abteilungsleiter wurde.
Nachdem er zunächst von 1970 bis 1974 Stadtverordneter der Stadt Frankfurt war, wurde er 1974 für die CDU direkt in den Hessischen Landtag gewählt. Landtagsabgeordneter blieb er schließlich fast 30 Jahre lang, wobei er 19 Jahre auch dem Fraktionsvorstand angehörte. 1999 wurde er vom damaligen Ministerpräsidenten Roland Koch zum ersten Landesbeauftragten der Hessischen Landesregierung für Heimatvertriebene und Spätaussiedler ernannt und hatte dieses Amt bis zum Jahr 2009 inne.
Langjährig und umfangreich war das ehrenamtliche Engagement von Confrater Friedrich, so dass es hier nur in einigen Facetten dargestellt werden kann. Über viele Jahrzehnte hinweg war er in der Vertriebenenarbeit tätig. So war er zeitweilig im Landesvorstand der Sudetendeutschen Landsmannschaft wie auch des Bundes der Vertriebenen. Als stellvertretender Vorsitzender des Pfarrgemeinderates hat er den Aufbau der Pfarrei St. Matthias in der Frankfurter Nordweststadt mitgetragen. Verschiedenen Gremien der Diözese Limburg gehörte er als Vertreter der Ackermann-Gemeinde an. Zuvor war er schon in verantwortlichen Positionen in der kirchlichen, landsmannschaftlichen und politischen Jugendarbeit eingebunden, so etwa als Diözesan- und Bundesführer der Jungen Aktion der Ackermann-Gemeinde.
Am 5. Februar 1980 wurde Confrater Friedrich als Familiare vom Generalrat des Deutschen Ordens aufgenommen und am 8. November des gleichen Jahres in Frankfurt investiert. Dem Deutschen Orden blieb er zeitlebens treu und im Gebet verbunden. Von 1995 bis 2001 engagierte er sich in seiner Komturei „An Rhein und Main“ als stellvertretender Komtur. Solange es ihm seine Gesundheit gestattete, war Confrater Friedrich – zumeist mit seiner lieben Frau – Teilnehmer bei den Veranstaltungen, egal ob Konveniat oder Einkehrwochenende. Er hat es sehr bedauert, dass er in den letzten Jahren seinem schwächer werdenden Gesundheitszustand Tribut zollen musste und nicht mehr an den Veranstaltungen teilnehmen konnte. Regelmäßig meldete er sich dann ab. Den Kontakt zum jeweiligen Komtur hielt er bis zuletzt aktiv aufrecht. Als der Unterzeichner ihm anlässlich der Vollendung seines 90. Lebensjahres vor einigen Wochen am 2. Juni 2026 neben den schriftlichen Glückwünschen solche auch telefonisch zukommen ließ, erreichte er ihn im Krankenhaus. Er war einige Tage zuvor gestürzt und durfte seinen Ehrentag leider nicht zu Hause begehen. Über die Glückwünsche der Komturei hat er sich sehr gefreut und dem Unterzeichner gut gelaunt aufgetragen, Grüße an die ganze Komturei auszurichten.
Für sein großartiges und umfangreiches ehrenamtliches Engagement wurde Rudolf Friedrich häufig ausgezeichnet, so schon 1962 mit dem Ehrenkreuz des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend, wie auch später mit dem Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes und dem der Sudetendeutschen Landsmannschaft. In späteren Jahren erhielt er das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und die Wilhelm-Leuschner-Medaille des Landes Hessen. Schließlich würdigte Papst Benedikt XVI. Rudolf Friedrich 2006, der sich, wie es in der Urkunde heißt, „um das Wohl und das Wachstum der Kirche und des katholischen Glaubens verdient gemacht“ hat mit der Ernennung zum Ritter des Ordens vom heiligen Papst Sylvester. Wer Confrater Friedrich kannte, wusste um die Berechtigung dieser Ehrung von allerhöchster Stelle!
Am 9. Juli 2026 gab Rudolf Friedrich sein Leben in die Hand des Schöpfers zurück. Er hinterlässt seine Frau und einen Sohn. Seine Tochter ist ihm bereits im Jahre 2020 vorausgegangen. Unser aufrichtiges Mitgefühl gilt den Angehörigen.
Mit Rudolf Friedrich verliert die Komturei einen vielfältig engagierten, stets freundlichen und hilfsbereiten und auch den Jüngeren sehr zugewandten Confrater. Wir werden ihn mit seinem verschmitzten Humor vermissen, sind aber sicher, nun einen weiteren Fürsprecher für unsere Komturei im Himmel zu haben.
Rudolf Friedrich FamOT, requiescat in pace!
Dr. Dirk Hohn FamOT
Komtur