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Familientag auf der Salzburg bei Bad Neustadt an der Saale

Komturei „Franken“ – 27. Juli 2026

 

Ein herausragender Programmpunkt der Komturei „Franken“ ist der Familientag. Diese Veranstaltung ist nicht Selbstzweck, sondern sie dient dazu, unsere Gemeinschaft in ungezwungener Atmosphäre zu erleben, den persönlichen Austausch zu fördern und nicht zuletzt die Kulturschätze Frankens näher zu bringen.

 

So trafen sich die Familiaren der Komturei „Franken“ mit ihren Angehörigen auf der Salzburg bei Bad Neustadt an der Saale in der Rhön statt. 25 Personen konnte Komtur Thomas Koch vor dem Torturm der Salzburg begrüßen. Die guten Kontakte unserer Komtureirätin Dr. Katharina Kemmer hatten eine Einladung von Baronin von und zu Guttenberg ermöglicht, so dass die Gruppe auch den privaten Teil der Burg besichtigen durfte.

 

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Bei der Salzburg handelt es sich um eine Höhenburg, die in Spornlage über Bad Neustadt an der Saale thront. Es handelt sich um eine Ganerbenburg, eine Anlage, die von mehreren Familien bewohnt wird. Also eine mittelalterliche WG. Das Miteinander wurde vertraglich geregelt. Deshalb spricht man auch vom Burgfrieden. Der Salzgau, an dessen Rand die Burg steht, war bereits im Frühmittelalter zur Zeit der Karolinger von besonderer Bedeutung. Der südlich unterhalb der Burg liegende Ort Salz hatte sogar die Funktion einer Pfalz, womit insbesondere zu Zeiten des Reisekönig/kaisertums die temporären Aufenthaltsorte der jeweiligen Herrscher gemeint sind. Die Salzburg selbst wird um 1160 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Wann genau die Burg errichtet wurde, kann heute nicht exakt bestimmt werden. Doch kann angenommen werden, dass aufgrund einer Schenkung des ehemaligen Königshofes Salz an den Würzburger Bischof Heinrich von Rothenburg im Mai des Jahres 1000 die Burg um diesen Zeitpunkt errichtet wurde. Zum Ende des 12. Jahrhunderts sind erstmals ein Vogt und ein Schultheiß Heinrich namentlich erwähnt. Die Burg wurde zum Sitz vermutlich bischöflicher Dienstmannen. Insgesamt beherbergte die Burg sechs sogenannte Ansitze, in welchen die Dienstmannen mit ihren Familien lebten. Davon sind heute noch vier Ansitze gut erhalten. Bereit in den 1170er Jahren wurde die Ringmauer, welche eine Länge von 450 Metern aufwies, aufgestockt und mit Zinnen versehen. Die Fronttürme wurden vergrößert und der Torturm repräsentativ ausgebaut. Besonders eindrucksvoll ist die „Alte Münze“, ein Palasbau, welcher zu Ehren des Fürstbischofs während des 14. Jahrhunderts errichtet wurde. Bei einem Palas handelt es sich um das Hauptgebäude einer Burg, das vor allem Wohn- und Repräsentationsräume beinhaltet. Die verschiedenen Burgbewohner veräußerten vor allem während des 15. Jahrhunderts immer wieder Teile des Burgareals, weshalb ein Burgfriedenvertrag geschlossen wurde, um den weiteren Ausverkauf zu unterbinden. Während des Bauernkrieges wurde die Salzburg in Teilen beschädigt, ein Wiederaufbau erfolgte nur teilweise. Ab dem 17. Jahrhundert kam es erneut zu Umgestaltungsmaßnahmen, der Nordwestansitz wurde abgebrochen und die Voite verkauften ihre inzwischen drei Ansitze an Freiherrn Friedrich Ferdinand Lochner von und zu Hüttenbach. 1837 konnte Werner von Haxthausen die Burg erwerben. Dessen Witwe verwaltete die Burg noch bis zu ihrem Tod 1862. Die Burg ging als Erbe aber nicht an die Tochter über. Jene hatte einen westfälischen Gutsbesitzer und Politiker, Hermann von und zu Brenken, geheiratet und deren gemeinsamer Sohn Otto wurde von der Witwe Haxthausen als Gesamterbe des Anwesens bestimmt. Die Witwe des Sohns heiratete in zweiter Ehe Theodor Freiherr von Guttenberg, womit die Burg in den Besitz der Reichsfreiherren gelangte.

 

Baronin von und zu Guttenberg nahm sich Zeit, uns trotz größter Hitze durch den von ihr bewohnten Teil der Burg zu führen. Beeindruckend waren neben dem Palas die von ihr gepflegten Gärten. Höhepunkt der Besichtigung war der Besuch der beeindruckenden Bibliothek, in der auch ein zweibändiges Werk über die Geschichte der Templer zu entdecken war. Bei einem Aperitif stellte Baronin von und zu Guttenberg die wichtigsten Werke der Bibliothek vor und gab Einblick in ihre Familiengeschichte. So wurde der Vater ihres Mannes, Karl Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg, der dem Widerstand angehörte, in der Nacht vom 22. auf den 23. April 1945 von einem Sonderkommando des Reichssicherheitshauptamtes ermordet. Komtureikanzler Jörg Steinhoff übergab als Gastgeschenk einen großen Blumenstrauß in den heraldischen Farben der Familie von und zu Guttenberg sowie zwei Flaschen Champagner.

 

Nach der Besichtigung trafen sich die Familien zum gemeinsamen Mittagessen in der Pizzeria „O sole mio“ innerhalb der Burgmauern. Der Pächter hatte extra für uns geöffnet. Der Familientag wurde mit einer heiligen Messe beendet, die Confrater Pfarrer Oliver Schütz zelebrierte.

 

Jörg Steinhoff FamOT

Komtureikanzler

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