Bayerischer Ordenstag
Nach mehreren Jahren Pause konnte in diesem Jahr zur großen Freude aller zahlreich anwesenden Confratres, Consorores und Gäste wieder der traditionelle Bayerische Ordenstag abgehalten werden, zu dem nicht nur die drei bayerischen Komtureien eingeladen waren, sondern auch Vertreterinnen und Vertreter der befreundeten Ritterorden. Eine besondere Freude war es, dass zu diesem Anlass nicht nur Balleimeister Thomas Jünger anreiste, sondern auch unser Hochmeister Frank dem Tag mit seiner Anwesenheit besondere Bedeutung verlieh.
Um dem Neustart des Bayerischen Ordenstags ein würdiges Format zu verleihen, wurde das berühmte Kloster Fürstenfeld als Ort gewählt. Für die spektakuläre und große Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt haben zahlreiche der wichtigsten Künstler des Barock ihr Können unter Beweis gestellt: von den Gebrüdern Asam über Antonio Viscardi bis Pietro Appiani. Somit gehört diese Kirche zu den bedeutendsten Werken des süddeutschen Barock, weshalb die Anlage auch „bayerischer Escorial“ genannt wird. In die spannende Geschichte des Ortes führte als erster Programmpunkt Kreisarchivpflegerin Dr. Birgitta Klemenz ein. Äußerst fachkundig und kurzweilig entfaltete sie die wesentlichen Etappen des 1263 von Ludwig II., dem Strengen, als Sühnetat gegründeten Zisterzienser-Klosters bis hin zur Säkularisation. Der Kirchenmusiker Simon Probst gab abrundend noch eine Einführung in die Orgel des Klosters sowie eine musikalische Darbietung von drei für die besondere Akustik exemplarischen Stücken.
Nach einem anschließenden Spaziergang bei Kaiserwetter durch den Stadtpark fanden sich die Teilnehmer in dem frisch renovierten Gemeindesaal von St. Magdalena ein, wo nach einem Stehempfang direkt an der lauschigen Amper das gesellige Mittagessen stattfand. Ein weiterer besonderer Programmpunkt war der Vortrag von Vizekomtur Rufin Mellentin, der auch die Federführung in der Planung dieses Ordenstages verantwortete. In dem Festvortrag spannte Confrater Mellentin eine Brücke über die Geschichte des Deutschen Ordens an die Amper und zeigte Berührungspunkte des Deutschen Ordens mit der Klosterkirche Mariä Himmelfahrt und mit ihr zu der Geschichte der Zisterzienser, ihrer großen Marienfrömmigkeit, ihrer Verbreitungsdynamik und ihrer kulturellen Leistungen. Ebenso spielten die Wittelsbacher eine große Rolle in seinen Ausführungen, stellten sie doch in der Ordensgeschichte bekannte Hochmeister. Abgerundet wurde der Vortrag von Uschi Kieburg, Leiterin der Seelsorge in den Ordenswerken, die aktuelle Einblicke in ihr vielfältiges Tätigkeitsfeld gab.
Nach dem Vortrag zogen die Anwesenden wieder durch den Stadtpark in den weitläufigen Klosterhof zur Statio, die stimmungsvoll von Pater Sebastian Zimmermann gestaltet wurde. In dem anschließenden Pontifikalamt ging Hochmeister Frank in seiner eindrucksvollen Predigt darauf ein, dass es auch bei einem Ordenstag wie diesem nie um die Show geht, und auch nie darum, sich als Orden in das beste Licht zu rücken wie Influencer in den sozialen Medien, sondern vielmehr arm vor Gott zu treten und mit einem hörenden Herzen das Gehörte in seinem Herzen zu erwägen. Dankbarkeit zu zeigen dafür, wie klein sich dieser Gott macht, indem er uns immer wieder entgegenkommt. Unser Auftrag als Orden ist es, da zu sein für die Menschen, mit unserem ganzen Herzen, weil wir aus der Begegnung mit Gott immer neue Kraft schöpfen können. Wie die Apostel zu Pfingsten müssen wir hinausgehen und von dem verkünden, was uns trägt, und all das tun, wofür unsere Gemeinschaft gegründet wurde, wie es unsere Gründungsväter vorgelebt haben. Der Umgang Christi auch mit den Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen, ist der Maßstab. Vor Gott zählt nicht das Aussehen oder das Vermögen, er blickt in das Herz der Menschen. Die Frage dereinst wird sein: „Hast du gelebt und hast du geliebt?“ Die Nächstenliebe ist der Weg, Gott zu begegnen.
Komtur Mario Külgen bedankte sich abschließend herzlich bei allen Anwesenden und bei der Komtureileitung für die Gestaltung dieses besonderen Tages.
Tobias Noss FamOT
Komtureikanzler