Fronleichnam in Wien – Glauben sichtbar machen und Gemeinschaft leben
Bei strahlendem Frühsommerwetter nahmen Hochmeister Frank und zahlreiche Familiaren des Deutschen Ordens am 4. Juni 2026 an der traditionellen Fronleichnamsprozession durch die Wiener Innenstadt teil. Das Hochfest des Leibes und Blutes Christi zählt seit Jahrhunderten zu den bedeutendsten öffentlichen Glaubenszeugnissen der katholischen Kirche und versammelte auch heuer tausende Gläubige rund um den Wiener Stephansdom. Den Auftakt bildete das feierliche Pontifikalamt im Stephansdom, das erstmals vom neuen Wiener Erzbischof Josef Grünwidl zelebriert wurde. Die anschließende Prozession führte über die Kärntner Straße, den Michaelerplatz, den Kohlmarkt und den Graben zurück zum Stephansplatz, wo der feierliche Schlusssegen für die Gläubigen gespendet wurde. Als Konzelebranten fungierten Hochmeister Frank sowie zahlreiche Geistliche der Erzdiözese Wien. In seiner Homilie vor der Michaelerkirche erinnerte Erzbischof Grünwidl daran, dass gerade in einer zunehmend digitalisierten Welt menschliche Nähe, persönliche Begegnung und gelebte Gemeinschaft unverzichtbar bleiben. Zugleich rief er die Gläubigen dazu auf, ihren Glauben nicht im Verborgenen zu leben, sondern ihn bewusst und selbstbewusst in die Gesellschaft hineinzutragen. Fronleichnam sei eine Einladung, auf die Straße zu gehen und sichtbar zu machen, was die Christen trägt und verbindet. Der christliche Glaube dürfe nicht versteckt werden, sondern solle als Quelle erkennbar bleiben.
Die Familiaren des Deutschen Ordens reihten sich gemeinsam mit anderen geistlichen Ritterorden, katholischen Studentenverbindungen und zahlreichen Gläubigen in die feierliche Prozession ein und setzten damit ein sichtbares Zeichen für den christlichen Glauben im Herzen der Bundeshauptstadt. Gerade Fronleichnam macht Jahr für Jahr deutlich, dass Glaube nicht nur innerhalb der Kirchenmauern gelebt wird, sondern seinen Platz auch im öffentlichen Raum hat.
Nach dem Ende der Prozession lud der Deutsche Orden die Grabesritter, den Souveränen Malteserorden, den Malteser-Hospitaldienst und zahlreiche Gäste in den Innenhof ein. Bei Gulasch, kühlen Getränken und dem traditionell vom Malteser Ritterorden bereitgestellten Wein fanden viele Begegnungen und Gespräche in herzlicher Atmosphäre statt. Bereits am Tag vor Fronleichnam herrschte schon im Deutschordenshaus emsiges Treiben. Mit großer Hingabe und viel Herzblut bereiteten Balleirat Rudolf Oezelt und weitere Familiaren die traditionelle Gulaschsuppe für den anschließenden Fronleichnamsempfang vor. Damit wurde die kulinarische Grundlage für einen gelungenen Ausklang des Festtages geschaffen, der weit über die liturgische Feier hinaus das Miteinander und die Verbundenheit pflegt.
Eine besondere Freude war der Besuch von Erzbischof Josef Grünwidl, der nach der Prozession in den Innenhof des Deutschen Ordens kam und sich Zeit für persönliche Begegnungen mit den Gästen nahm. Sein Kommen wurde von den Anwesenden als Zeichen der Verbundenheit sehr geschätzt. Der Nachmittag bot einmal mehr Gelegenheit, die freundschaftliche Verbundenheit zwischen den drei geistlichen Ritterorden zu vertiefen. So wurde Fronleichnam nicht nur zu einem eindrucksvollen öffentlichen Bekenntnis des Glaubens, sondern auch zu einem sichtbaren Zeichen gelebter Gemeinschaft und christlicher Verbundenheit.
Michael Ulrich FamOT