Hochfest des Leibes und Blutes Christi in Mainz
„Heute am Fronleichnamstag gehen wir als katholische Christinnen und Christen bewusst in die Öffentlichkeit: Wir bekennen ,Farbeʼ, wir bekennen den Wert des Glaubens und einer glaubenden Gemeinschaft, wir verstecken uns nicht.“ Das sagte der Mainzer Bischof Dr. Peter Kohlgraf, Ehrenritter des Deutschen Ordens, bei seiner Predigt im Fronleichnamsgottesdienst im Mainzer Dom. Bischof Kohlgraf feierte die Messe in Konzelebration mit Weihbischof Joshy Pottackal OCarm, dem Domstift, den Pfarrern der Mainzer Innenstadt und im Beisein der Familiaren der Komturei „An Rhein und Main“ des Deutschen Ordens und der örtlichen Grabesritter.
Bischof Kohlgraf betonte, dass die Prozession an Fronleichnam „keine politische Demonstration“ sei: „Wir tragen den einen Herrn in die Öffentlichkeit, Christus, der in der Gestalt des Brotes unter uns gegenwärtig bleibt. Zu ihm und seinem Evangelium bekennen wir uns. Letztlich garantiert er allein wahre Menschlichkeit. Jede Form der Politik und des gesellschaftlichen Machtgebrauchs, die sich religiös oder quasireligiös begründen, muss sich relativieren lassen. Als Mensch ist niemand unfehlbar. Christen und Christinnen bekennen sich zu ihrem Auftrag in der Welt, Zeugnis zu geben in Tat und Wort.“ Wörtlich weiter: „Wir gehen heute mit Christus auf die Straßen, als eine Gemeinschaft der Vielfalt, die in ihm verbunden ist. Das ist ein starkes Zeichen und Bekenntnis in eine Gesellschaft, die oft aggressiv gespalten ist, in der Vielfalt als Bedrohung erlebt wird, in der viele Menschen vereinzelt und einsam sind, in der viele ihre Kraft nicht mehr aus Gott holen, sondern nur auf sich vertrauen. Tragfähig kann das nicht sein.“ An den Gottesdienst schloss sich die Fronleichnamsprozession durch die Mainzer Altstadt an. Beim Abschluss auf dem Marktplatz wurde feierlich der sakramentale Segen gespendet. Im Anschluss war Gelegenheit zum gemeinsamen Mittagessen in der Domstraße.
Der Tag endete mit der feierlichen Vesper im Dom mit „Mainzer Segen“. Dieser Segen ist eine besondere Form der eucharistischen Frömmigkeit, die für Mainz lange überliefert ist. Beim „Mainzer Segen“ wird bereits zu Beginn der Vesper der Segen mit der Monstranz gespendet und zum Abschluss ein weiteres Mal. Im Mainzer Dom wird diese Form des Segens nur einmal im Jahr praktiziert.
Beim Mittagessen im Schatten des Domes mit Kartoffelsuppe und Würstchen gesellte sich Ehrenritter Bischof Peter für einen entspannten Austausch zu den Confratres.
Thomas Jünger FamOT
Altkomtur und Balleimeister