Papstsonntag mit Erzbischof em. Dr. Ludwig Schick im Bamberger Dom
Zum Jahrestag der Wahl von Papst Leo XIV. wurde am Sonntag, den 10. Mai 2026, im Hohen Dom zu Bamberg wieder der traditionelle „Papstsonntag“ begangen. Papst Leo XIV. wurde am 8. Mai 2025 zum Papst gewählt und an dem auf den Wahltag folgenden Sonntag feiert das Erzbistum Bamberg immer einen besonderen Gottesdienst, mit dem die Verbundenheit des Bistums mit Rom und dem Papst zum Ausdruck gebracht werden soll. Zur Mitfeier sind die päpstlichen Orden, der Souveräne Malteserorden, die Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem wie auch die Familiaren des Deutschen Ordens eingeladen und so nahm eine stattliche Anzahl von Familiaren am Gottesdienst teil. Neben den erwähnten Gemeinschaften waren ebenfalls Abordnungen der Studentenverbindungen vertreten.
Dem Pontifikalamt stand diesmal der emeritierte Erzbischof Dr. Ludwig Schick in Vertretung des verhinderten Ortsbischofs vor. In seiner Predigt erinnerte Schick daran, dass das Bistum Bamberg schon seit seiner Gründung durch Heinrich und Kunigunde eng mit dem Papst verbunden sei, auch durch das einzige Papstgrab nördlich der Alpen. Er würdigte Papst Leo XIV. als „moralische Autorität“ in einer zerrissenen Welt. Unaufgeregt, mit demütigem Selbstbewusstsein und Weitblick übe er das höchste Leitungsamt in der katholischen Kirche aus. Der Friede auf der ganzen Erde sei für Papst Leo XIV. der wichtigste Programmpunkt seines Pontifikats. Er habe sich und den Vatikan als Vermittler in den Kriegen und Konflikten zwischen Russland und der Ukraine, zwischen Israel, den Palästinensern und dem Libanon sowie im Sudan angeboten. Er setze auf Diplomatie und habe sich mit klaren Worten gegen Krieg und Waffengewalt ausgesprochen, was zu heftigem und polemischem Widerspruch des amerikanischen Präsidenten geführt habe. Schick räumte aber auch ein, dass Leo die großen Reformerwartungen mancher enttäuscht habe. Er habe deutlich gemacht, dass Synodalität und Reformen nicht bedeuten, die kirchliche Lehre zu verändern. Er dämpfe die Hoffnungen jener, die sich eine baldige Zulassung von Frauen zur Priesterweihe wünschen. Wenn er sich kritisch zur Segnungsfeier für homosexuelle Paare in Deutschland äußere, dann sage er im gleichen Atemzug aber auch, dass alle Menschen von Gott geliebt sind und von der Kirche wertgeschätzt werden. Als oberster Brückenbauer habe Papst Leo die Einheit der Weltkirche im Blick. Er erinnerte sich daran, dass es bei seinem Studium in Rom vor fast 50 Jahren immer üblich war, bei der Nennung des Namens des Papstes hinzuzufügen: „feliciter regnans“ – „glücklich regierend“. Das sei sowohl Beschreibung als auch Wunsch gewesen. „Glücklich regiert Papst Leo XIV. Möge ihm dies auch weiterhin gelingen“, so Erzbischof Schick in seiner Predigt.
Nach dem Gottesdienst trafen sich die Familiaren zu einem Frühschoppen und Mittagessen noch im „Schlenkerla“, einer Bamberger Traditionsgaststätte, zu gedanklichem Austausch und guten Gesprächen.
Thomas Koch FamOT
Komtur