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„Sich von Gott überraschen lassen“ – Gründungsfest in Frankfurt

Komturei „An Rhein und Main“ – 8. Februar 2026

 

Mit den bedeutungsvollen Worten „sich von Gott überraschen lassen“ beschrieb Pater Augustinus Bühler in seiner Predigt die tiefe und transformative Wirkung Gottes auf das Leben der Menschen. Er spannte einen geistlichen Bogen zur Gottesmutter Maria, die ihr Leben nicht nach eigenen Zielen ausgerichtet, sondern sich dem Willen Gottes hingegeben hat. Als Mutter Jesu Christi ließ sie sich von Gott berühren und führen. Ebenso ließen sich die Gründer des Deutschen Ordens von Gott leiten, indem sie während der Kreuzzüge ihre ursprünglichen Pläne änderten und ein Hospital gründeten – ein Ausdruck ihrer Hingabe und ihres Glaubens. Nicht umsonst ist die Gottesmutter Maria die Schutzfrau des Deutschen Ordens.

 

Zahlreiche Confratres hatten sich anlässlich des Gründungsfestes in der Deutschordenskirche zu Frankfurt versammelt, um gemeinsam den Gottesdienst zu feiern, der von Pater Augustinus, im letzten Sommer zum Priester geweiht, zelebriert wurde.

 

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Im Anschluss an den Gottesdienst fanden sich die Confratres im Rittersaal der Deutschordenskommende ein. Dort hatte die Gemeinschaft die Gelegenheit, einem beeindruckenden Vortrag von Frau Maria-Magdalena Köhler, Historikerin und Diplomatin, beizuwohnen. Sie sprach über zwei ihrer Vorfahren, Josef Wirmer und Andreas Hermes, die während der Zeit des Nationalsozialismus mutigen Widerstand gegen das Unrecht und die Unmenschlichkeit des NS-Regimes leisteten, angetrieben von ihrem tiefen katholischen Glauben. Einer von ihnen, Josef Wirmer, bezahlte seinen Widerstand mit dem Leben. Der Vortrag trug den Titel „Widerstand aus katholischem Glauben: Die Zentrumspolitiker und Widerstandskämpfer Josef Wirmer und Andreas Hermes und der 20. Juli 1944.“ Beide Widerstandskämpfer stellte Frau Köhler ausführlich mit ihrem Lebenslauf vor und schilderte dann detailreich die konspirative Tätigkeit mit der Kontaktaufnahme zum Kreisauer Kreis. Die Referentin machte deutlich, dass sich das Naziregime zumindest auf eine Duldung der Bevölkerung verlassen konnte, die mit dieser Zustimmung sich in die „Volksgemeinschaft“ integrierte und damit die Verschiebung der Werteordnung möglich machte. Die vom Regime geforderte bedingungslose Loyalität und damit der Verzicht auf Individualität führten zur Inklusion innerhalb der „Volksgemeinschaft“ und zur Exklusion für Minderheiten oder „Rassen“. Dem hatten Wirmer und Hermes bereits sehr früh widerstanden. Hermes legte sein Reichstagsmandat direkt nach der Machtergreifung und damit noch vor der Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz nieder. Beide fühlten sich ausschließlich den Grundlagen des Christentums verpflichtet. Diese waren der Mench als Individuum mit der Würde des Einzelnen (statt „der ganze Mensch für das Kollektiv“) und dem Naturrecht (statt der Rassenideologie mit der kategorialen Ungleichheit). Wirmer und Hermes kamen, dies war der Referentin wichtig, zum Widerstand aufgrund ihrer christlich-katholischen Überzeugung und nicht aufgrund später bekannt gewordener Gräueltaten.

 

Die Confratres tauschten sich danach anregend über die Bedeutung von Demokratie aus – besonders angesichts der Herausforderungen unserer Zeit. Sie betonten die zentrale Rolle christlicher Werte für ein respektvolles und solidarisches Miteinander. Das Gründungsfest fand seinen Abschluss mit einer gemeinsamen Mahlzeit in Vorfreude auf kommende Begegnungen.

 

Burkhard Wick FamOT

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