Jahreskonveniat in Bamberg mit einem Vortrag von P. Anselm Grün OSB
Die Komturei „Franken“ versammelte sich wie jedes Jahr im Bistumshaus St. Otto in Bamberg zu ihrem Jahreskonveniat.
Bereits am Abend vorher hatte sich die Balleileitung zu einer Vorstandssitzung getroffen. Im Anschluss an die Sitzung ließ man den Abend als Komtureistammtisch im „Fässla“ in der Bamberger Innenstadt ausklingen. Dieser Stammtisch hat inzwischen eine gewisse Tradition und erfreut sich großen Zuspruches, weil die Möglichkeit besteht, im Bischofshaus zu übernachten, so dass sowohl Familiaren aus dem Raum Bamberg als auch aus dem Raum Würzburg teilnehmen können.
Die Übernachtungsgäste begannen den Samstag mit einem gemeinsamen Frühstück im Gästehaus, danach versammelte sich die Komturei „Franken“ zur Statio und Prozession in die Hauskapelle, wo der Geistliche Assistent der Komturei, Confrater Pfarrer Dr. Christian Steger, den Gottesdienst zusammen mit den Confratres Monsignore Dr. Matthias Türk und Pfarrer Oliver Schütz sowie Pater Anselm Grün OSB zelebrierte. Die Messe wurde an der Orgel von Kandidat Manuel Brinkmann begleitet. In seiner Homilie ging Pfarrer Christian Steger auf den Gehorsam des Menschen gegenüber Gott ein. „Wir Christen, besonders wir, die wir einem Orden angehören, können keinem Menschen gehorsam sein. Genauer: Wir können keinem Menschen um seiner selbst willen gehorsam sein. Wir dürfen andere Menschen lieben und achten, aber wir dürfen ihnen nicht um ihretwillen gehorsam sein. Als Jünger Jesu zu leben bedeutet, dass einzig und allein Gott gegenüber Gehorsam möglich ist.“
Im Anschluss an den Gottesdienst konnte Komtur Thomas Koch fünfunddreißig Confratres, die teilweise mit ihren Damen am Konveniat teilnahmen, willkommen heißen. Als Gastredner begrüßte der Komtur Pater Anselm Grün OSB von der Abtei Münsterschwarzach, der zum Thema „Die drei christlichen Werte – Glaube, Hoffnung, Liebe – als Ermöglichung eines erfüllten Lebens“ sprach. Glaube – Liebe – Hoffnung: Oft werden diese drei Worte in einem Atemzug genannt, so Pater Anselm Grün. Sie gelten als die Grundtugenden eines christlichen Lebens. Für viele Menschen von heute sind sie aber lediglich leere Worthülsen. Denn was bedeutet schon Glaube – wo wir kaum unseren Nächsten trauen? Für uns Christen bedeutet Glauben, Gott zu vertrauen. Glaube heißt aber auch probieren – nämlich aus dem Glauben zu leben, aus einem Glauben, der heilt und befreit und der in die Weite des Herzens führt. Was bedeutet Hoffnung – wo die Zukunft düster erscheint? Wenn eine Gesellschaft keinen Hoffnungshorizont mehr hat, denkt jeder nur noch an sich selbst. Hoffnung ist für uns Christen, zu glauben, auf einem guten Weg zu sein. Was bedeutet Liebe – wo doch nur Besitz zählt? Liebe ist für uns Christen göttliche Kraft. Liebe ist unsere Kraftquelle. Nicht „the fittest“ hat ein erfülltes Leben auf Grund seiner körperlichen Stärke, sondern der, der eine Beziehung zu Gott und seinen Mitmenschen aufbauen kann. Die drei christlichen Werte bedeuten nichts anderes als den Schlüssel zum Glück, davon ist Anselm Grün überzeugt. Für ihn ergeben sie im Zusammenspiel eine Haltung zu uns selbst, zu unseren Mitmenschen und zu Gott, die das Leben mit Freude erfüllt.
Mit einem gemeinsamen Mittagessen im Bischofshaus endete das Konveniat.
Jörg Steinhoff FamOT
Komtureikanzler