Gründungsfest des Deutschen Ordens und Wiedereröffnung der Schatzkammer
Beim heurigen Gründungsfest des Deutschen Ordens war die Elisabethkirche schon lange vor Beginn der heiligen Messe bis auf den letzten Platz besetzt, war doch der Apostolische Nuntius in Österreich eingeladen worden, das Pontifikalamt anlässlich des 835. Jahrestages der Gewährung des päpstlichen Schutzes zu leiten. Er musste aber krankheitsbedingt kurzfristig absagen und sandte seinen Nuntiaturrat Mons. Medina Blanco. Bei der Begrüßung rief Hochmeister Frank die Gläubigen dazu auf, für die baldige Genesung Seiner Exzellenz Erzbischof Dr. Pedro López Quintana zu beten.
In seiner weiteren Begrüßung hob der Hochmeister die befreundeten Ritterorden, den Souveränen Malteser Ritterorden und die Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem hervor. Freudig begrüßte er auch die fast 50 Familiaren, die aus der Ballei Österreich erschienen waren sowie eine Abordnung der Hoch- und Deutschmeister. Namentlich begrüßte der Hochmeister die ungarische Botschafterin in Österreich und die Bürgermeisterin der niederösterreichischen Marktgemeinde Gumpoldskirchen, der ältesten inkorporierten Pfarre des Deutschen Ordens.
Von der Orgelempore ertönte die Missa Sancti Nicolai von Joseph Haydn (1732–1809), geleitet vom Hochmeisterlichen Kapellmeister Thomas Dolezal und musikalisch umgesetzt von einem guten Dutzend Musiker, die sich auf der kleinen Orgelempore der Deutschordenskirche eingefunden hatten.
In der vom Hochmeister verlesenen Predigt betonte der Apostolische Nuntius wörtlich: „Anlässlich dieses 835 Jahr-Jubiläums übermittle ich Ihnen zugleich den besonderen Gruß und die geistliche Nähe des Heiligen Vaters sowie seine Anerkennung und seinen Dank für Ihr Zeugnis und Ihren Dienst in der Kirche. Der Heilige Vater begleitet Sie im Gebet und ermutigt Sie, in der Ihnen eigenen Sendung nicht nachzulassen: im Dienst der Liebe, im Helfen und Heilen, in der Treue zu Christus und seiner Kirche.“
Nach dem feierlichen Hochamt öffnete die Schatzkammer des Deutschen Ordens nach dreimonatiger Umbaupause wieder ihre Pforten. In diesen Wochen wurde die mehr als 20 Jahre alte Beleuchtung, bestehend aus Halogenscheinwerfern, gegen ein ausgeklügeltes System aus LED-Leuchten getauscht, das wesentlich energiesparender und objektschonender ist. Darüber hinaus lässt sich nun jede einzelne Lichtquelle individuell steuern und fokussieren, wodurch die historischen Exponate effektvoller und viel schonender angestrahlt werden. Der Hochmeister bedankte sich vor allem bei jenen, die den Umbau im Vorfeld geplant und dann auch handwerklich realisiert hatten, sowie bei den vielen großzügigen Donatoren, die zum Gelingen dieser Umgestaltung beigetragen haben. Zum Abschluss rief Hochmeister Frank die Anwesenden dazu auf, in ihrem ganz persönlichen Umfeld die Werbetrommel für die neugestaltete Schatzkammer zu rühren, die jetzt in so herrlichem Licht erstrahlt. Tatsächlich rief die neugestaltete Schatzkammer bei den vielen Anwesenden unisono viel Begeisterung hervor.
Der Sonntag klang bei einem gemütlichen Mittagessen und guten Gesprächen im Hochmeisteramt aus.
Rudolf E. Oezelt FamOT
Fotos: Stephan Schönlaub, EDW