Eröffnung des Generalkapitels 2026
Zur Eröffnung des Generalkapitels des Deutschen Ordens zelebrierte Hochmeister Frank mit den Generalkapitularen (Brüder, Schwestern und Familiaren), Confratres der Ballei Österreich und dem Kirchenvolk von St. Elisabeth am 16. Februar ein Pontifikalamt in der Deutschordenskirche. Als Ordinarium wurde unter der Leitung des Hochmeisterlichen Kapellmeisters Thomas Dolezal die Missa brevis in D-Dur KV 194 von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Das Generalkapitel findet vom 16. bis 27. Februar 2026 im Hochmeisteramt in Wien statt. Dieses wird sich außer der Wahl des Hochmeisters mit weitreichenden Veränderungen der Regeln und Statuten des Ordens beschäftigen.
Hochmeister Frank betonte in seiner Homilie die Besonderheit dieses Anlasses, bei dem wichtige Weichenstellungen für die kommenden Jahre erfolgen sollen. Die Lesung des Tages (Jak 1,1–11) spreche von Freude über Prüfungen – genau solche Prüfungen habe der Orden in den letzten Jahren mit dem Veränderungsprozess, den demographischen Gegebenheiten, mit Ängsten und Sorgen im Ringen um einen guten Weg für die Zukunft gemeistert. Für das Generalkapitel wünschte sich Hochmeister Frank, dass alle Teilnehmer die Gegenwart und das Wirken des Heiligen Geistes erfahren dürfen und in geschwisterlichen achtsamen Miteinander sachlich und konstruktiv versuchen sollten, gute Wege in eine Zukunft zu finden, die alle mit Hoffnung erfülle. Diese Hoffnung gründe darin, dass Gott bei allen Veränderungen noch immer einen Auftrag für den Orden habe, den wir erfüllen dürften und so an einer besseren Welt mitbauen könnten. Wir erbäten aber auch Weisheit, diese sei mehr als Wissen, sie sei die Gabe, die Dinge im Licht Gottes zu sehen. Sie helfe, das Wesentliche zu erkennen und bewahre vor vorschnellen Urteilen. Auch die geschwisterliche Liebe sei gefragt. Papst Leo formuliere dies in einem Schreiben zum Welttag der Kranken: „Die Liebe ist nicht passiv, sie geht auf andere zu. Ob man zum Nächsten wird, hängt nicht von physischer oder sozialer Nähe ab, sondern von der Entscheidung zu lieben.“ Aus diesem Grunde sollten wir uns für ein Kapitel des geschwisterlich liebenden Miteinanders entscheiden.
Zum Abschluss der feierlichen Messe sprach die versammelte Gemeinde ein Gebet, in dem die Sendung des Heiligen Geistes, des Geistes der Offenheit und der Ehrlichkeit und des Geistes der Liebe sowie die Fürsprache der Ordensheiligen für das Generalkapitel erbeten wurde.
Prof. Dr. Rudolf Müller FamOT
Altballeimeister